Berlin – Die schwarz-rote Koalition aus CDU/CSU und SPD steckt tief in der Krise. Einen Tag vor dem ersten Jahrestag des Amtsantritts von Kanzler Friedrich Merz (CDU) am 6. Mai 2025 hat das Bündnis einen historischen Tiefstand erreicht, der die Regierung nun faktisch lähmt. Die neuesten Umfragen sind für die etablierte Politik vernichtend: Die AfD ist mit 28 Prozent erstmals klar stärkste Kraft, während die Union auf 22 Prozent abstürzt. Mit nur noch 16 Prozent Zustimmung zur Regierungsarbeit – dem schlechtesten Wert seit Beginn der Erhebung – ist das Vertrauen der Bevölkerung so gut wie verspielt. Während Altkanzlerin Angela Merkel zu Geduld mahnt, wird die Forderung nach einem Neuanfang von allen Seiten immer lauter: Selbst innerhalb der Koalition ist die Frustration so groß, dass der Arbeitnehmerflügel der CDU und der konservative Seeheimer Kreis der SPD gemeinsam den Führungsstreit beenden und die Regierung zum Handeln auffordern.
Die Unzufriedenheit erreicht neue Rekordwerte, die das politische Berlin in Alarmbereitschaft versetzen. Laut aktuellen Umfragen wünscht sich fast die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) ein vorzeitiges Ende der Koalition, während 55 Prozent sogar mit einem Bruch noch vor dem Ende der Legislaturperiode rechnen.
Das Vertrauen der Wähler in die Arbeit von Kanzler Merz selbst ist fast vollständig erodiert: Nur noch 15 Prozent der Deutschen sprechen sich für seinen Kurs aus. Im INSA-Beliebtheitsranking belegt der Kanzler den letzten Platz unter 20 Spitzenpolitikern mit einem Wert von 2,7. Sowohl seine Parteikollegen NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst als auch CSU-Chef Markus Söder schneiden in den Umfragen deutlich besser ab. Der massive Vertrauensverlust resultiert aus der öffentlichen Unfähigkeit der Regierung, eine Linie zu finden und die Bevölkerung in der Wirtschaftskrise zu entlasten. Der Streit zwischen Union und SPD über die Bewältigung der Folgen des Iran-Kriegs und der schwächelnden Wirtschaft lähmt die Regierung.
In diesem angespannten Klima warnte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst auf dem Katholikentag in Würzburg eindringlich davor, die Gefahren eines weiteren Aufstiegs der AfD zu unterschätzen und einen Regierungsauftrag als Weg zu deren Selbstzerstörung zu verharmlosen. Er betonte die historische Verantwortung und warnte vor dem Verlust demokratischer Grundrechte

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