Die russische Wirtschaft leidet unter den Folgen des Krieges und der verhängten Sanktionen in einer tiefen strukturellen Krise. Das Bruttoinlandsprodukt ist in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 um 1,8 Prozent geschrumpft. Putin selbst räumte ein, dass die „Wachstumstrajektorie unter den Erwartungen“ liege und die „wirtschaftliche Dynamik verhalten“ sei.
In einem brisanten Versuch, die Wirtschaft anzukurbeln, hat die Zentralbank den Leitzins auf 14,5 Prozent gesenkt – die achte Senkung seit Oktober 2024. Offenbar fürchtet die russische Führung eine anhaltende Stagflation, obwohl die Inflation nach wie vor hoch ist. Der Druck auf Unternehmen und Verbraucher bleibt enorm, zumal die Mehrwertsteuererhöhung von 20 auf 22 Prozent zu Jahresbeginn die Preise zusätzlich angetrieben hat. Eine Umfrage des Industriellenverbands RSPP ergab, dass mehr als 80 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen eingefroren haben.
Dennoch zeigen sich die Märkte angesichts des Krieges im Nahen Osten unerwartet robust: Hohe Ölpreise mildern die wirtschaftlichen Auswirkungen. Das jüngste Haushaltsdefizit von 60 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal übersteigt jedoch bereits die für das gesamte Jahr angestrebte Neuverschuldung. Deutlich wird: Der finanzielle Spielraum des Kreml schrumpft, während die Ausgaben für den Krieg weiter steigen.

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