Fassungslosigkeit auch bei den eigenen Wählern: Mit einer äußerst ungeschickt formulierten Aussage zur Zukunft der Altersvorsorge hat der Kanzler Anfang der Woche eine breite Debatte über das Rentensystem losgetreten, die ihm nun um die Ohren fliegt. Bei einer Veranstaltung des Bankenverbands sagte Merz, die gesetzliche Rente könne künftig „allenfalls noch die Basisabsicherung für das Alter sein“ und nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.
Die Reaktion war heftig. Selbst die eigene Partei distanziert sich von ihrem Kanzler. Die Senioren-Union der CDU warf Merz vor, unnötig Ängste zu schüren. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), kritisierte ihn öffentlich. Die SPD forderte eine Entschuldigung. Die verbale Notbremse zog Merz dann in einem Interview am Dienstag, in dem er angab, „Fehler“ eingeräumt. Auf einer Skala bis 100 habe die Regierung noch nicht einmal die 50 erreicht, so der Kanzler. Eine klare Ansage, wie er das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen will, fehlt jedoch.

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