China: Wirtschaftlicher Solide-Start und strategischer Profiteur

Die chinesische Wirtschaft hat sich nach Einschätzung von Ministerpräsident Li Qiang zu Beginn des Jahres 2026 solide entwickelt. Bei einem Symposium mit Experten und Unternehmern am Freitag in Peking zog Li eine positive Bilanz: Mehrere Indikatoren hätten die Erwartungen übertroffen. Trotz Herausforderungen durch externe Schocks habe China proaktive und effektive makroökonomische Maßnahmen ergriffen, neue Treiber der qualitativ hochwertigen Entwicklung hätten weiter an Dynamik gewonnen. Li rief zu verstärkten Anstrengungen auf, um die digitale und intelligente Transformation des verarbeitenden Gewerbes zu beschleunigen.

Die amtlichen Wirtschaftsdaten für März zeigen ein gemischtes Bild. Der Verbraucherpreisindex (VPI) stieg um 1,0 Prozent – ein leichter Rückgang gegenüber dem Februar-Wert von 1,3 Prozent und deutlich unter dem Regierungsziel von zwei Prozent. Die Erzeugerpreise (PPI) kehrten erstmals seit Oktober 2022 in positives Terrain zurück: Ein Anstieg um 0,5 Prozent beendete die lange Deflationsphase. Auslöser dafür waren vor allem die explodierenden internationalen Rohölpreise infolge des Nahost-Krieges.

Eine überraschend optimistische Einschätzung kommt von der Deutschen Bank. Jacky Tang, Chief Investment Officer für Schwellenländer im Private Banking der Deutschen Bank, bezeichnete China als „Gewinner“ des Zeitalters der Kriege. „China ist aus wirtschaftlicher Sicht und aus Sicht des Energiemixes der Gewinner in diesem Krieg“, sagte er in einem Interview. Die globale Renn um Energiesicherheit mache China stärker. Das Land sei der weltweit größte Produzent von sauberen Technologien, was es in eine einzigartige Position versetze, um Regierungen bei der Abkehr von Nahost-Ölimporten zu helfen. Langfristig werde diese Erkenntnis in Asien zu einer Neuausrichtung der Energiepolitik führen, und die dafür benötigte Ausrüstung werde zwangsläufig aus China kommen.

Trotz der relativ moderaten Inflation warnte Analyst Zhiwei Zhang von Pinpoint Asset Management: „Die Lage im Nahen Osten bleibt äußerst ungewiss, ebenso wie die Inflationsaussichten für viele Länder, darunter China.“ Er erwarte, dass Peking die Politik vorerst unverändert lasse und auf Klarheit im externen Umfeld warte.

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