Berlin/München – Die deutsche Kulturlandschaft präsentiert sich im ersten Quartal 2026 in einer bemerkenswerten Verfassung. Mit einem Rekordhaushalt von 2,57 Milliarden Euro setzt die Bundesregierung ein starkes Zeichen für die Förderung von Kunst und Kultur. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für zahlreiche Großveranstaltungen, während die Deutsche Zentrale für Tourismus mit vier globalen Kampagnen das kulturelle Erbe des Landes international vermarktet.
Rekordetat für Kultur: „Investitionsoffensive in unser kulturelles Leuchtland“
Der von Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer verantwortete Kulturetat ist für 2026 auf rund 2,57 Milliarden Euro angewachsen – eine Steigerung von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr . „Deutschland ist ein kulturelles Leuchtland: Wir haben hier die reichste, vielfältigste und vitalste Exzellenz-Kulturszene der Welt“, erklärte Weimer bei der Vorstellung des Etats .
Die Zahlen untermauern diesen Anspruch: 88.000 Chöre, Orchester und Ensembles sind aktiv, 6.800 Museen und 83 Opernhäuser prägen die dichteste Kulturlandschaft der Welt . Der Rekordetat ermöglicht eine Verdopplung der Filmförderung sowie eine Investitionsoffensive bei Kulturbauten. Über das Programm „KulturInvest“ stehen allein 2026 bis zu 250,7 Millionen Euro für investive Kulturmaßnahmen bereit . Profitierten werden unter anderem das Pergamonmuseum in Berlin, die Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg und das Einheitsdenkmal in Leipzig .
Auch die Erinnerungskultur wird gestärkt: Für den Gedenk- und Erinnerungsbereich fließen fast fünf Millionen Euro zusätzlich, darunter Mittel für ein zentrales Mahnmal für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft .
Internationale Vermarktung: Vier Kampagnen für das Reiseland Deutschland
Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat ihre Strategie für 2026 vorgestellt. Mit vier globalen Kampagnen und drei Themenschwerpunkten wirbt sie für Deutschland als Kultur- und Städtereiseziel . DZT-Vorstandsvorsitzende Petra Hedorfer betont: „Das Reiseland Deutschland ist mit seiner ausgeprägten Gastgeberkultur und seinem hervorragenden Markenimage als serviceorientiertes Qualitätsreiseziel bestens aufgestellt“ .
- „Your Next Stop: Travel Destination Germany“ – Städtekampagne mit Fokus auf Metropolen und kleinere Städte, ausgespielt in drei Wellen auf der Expedia-Plattform und mit „Pause Ads“ auf Netflix
- „Culinary Germany“ – Präsentation der deutschen Genusskultur mit interaktivem Widget zur regionalen Suche nach Restaurants, Weinfesten und kulinarischen Events
- „Feel Good – Erlebnisse, die bleiben“ – Fokus auf nachhaltige Reiseangebote in Stadt und Natur
- „Season’s Greetings from Germany“ – Bewerbung der Weihnachtsmarktsaison mit Zugriff auf über 3.400 Märkte
Kulturelle Höhepunkte 2026: Von Bayreuth bis München
Ein kulturelles Highlight des Jahres ist das 150-jährige Bestehen der Bayreuther Festspiele. Die Stadt wurde als einzige deutsche Stadt in die Liste der „52 Places to go“ der New York Times aufgenommen . Die DZT nutzt das Jubiläum, um auf die Wirkungsstätten Richard Wagners in Leipzig, Dresden, Eisenach und Nürnberg aufmerksam zu machen .
In München präsentiert sich das Superbloom-Festival in diesem Jahr in neuer Form. Vom 29. August bis 4. September wird im Olympiapark eine ganze Woche lang gefeiert – erstmals mit sieben Tagen Programm statt des bisherigen Wochenendformats . Aufgrund der Sanierung des Olympiastadions weicht die Hauptbühne in den Süden des Parks aus, es gibt ausschließlich Tagestickets .
Für Dezember kündigt sich mit CAVALLUNA – Die Farben des Lebens eine große Pferdeshow an. Die Produktion mit knapp 60 Pferden und Reitteams aus ganz Europa gastiert am 19. und 20. Dezember in der Dortmunder Westfalenhalle und ist von Oktober 2026 bis Juni 2027 in über 30 Städten zu sehen .
Vielfalt vor Ort: Interkulturelle Tage in Dresden
Auf kommunaler Ebene findet vom 20. September bis 11. Oktober 2026 die 36. Ausgabe der Interkulturellen Tage in Dresden statt. Unter dem Motto „Viele Sprachen. Ein Zuhause.“ sind Vereine, Initiativen und Kulturbetriebe eingeladen, mit Angeboten wie Workshops, Stadtrundgängen und Begegnungsfesten ein Zeichen für Vielfalt und Miteinander zu setzen . Höhepunkt ist das Interkulturelle Straßenfest am 26. September.
Herausforderungen: Antisemitismus im Kulturbetrieb
Trotz der positiven Entwicklungen benennt Kulturstaatsminister Weimer auch Herausforderungen. Er mahnte angesichts von 6.240 antisemitischen Straftaten im vergangenen Jahr: „80 Jahre nach der Shoah zeigt er wieder seine Fratze, und er zeigt sie laut, aggressiv und gewaltbereit“ . Die Bundesregierung fördert daher gezielt Projekte zur jüdischen Gegenwartskultur, etwa die Neue Synagoge Berlin und das Jewish Chamber Orchestra mit bis zu 500.000 Euro .
Ausblick
Mit dem Rekordetat, der internationalen Vermarktung und zahlreichen Großveranstaltungen ist die deutsche Kulturlandschaft für 2026 hervorragend aufgestellt. „Wir investieren in die innere Größe unserer Kulturnation“, formulierte es Staatsminister Weimer . Die kommenden Monate werden zeigen, wie diese Investitionen bei Publikum und internationalen Gästen ankommen.

