Berlin – Die schwarz-rote Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steckt nur elf Monate nach Amtsantritt in ihrer tiefsten Krise. Eine Reihe neuer Pannen, ein offen ausgetragener Machtkampf innerhalb der Regierung, eine eskalierende Wirtschaftskrise und grassierende Unzufriedenheit in der Bevölkerung haben die Regierung gelähmt. An diesem Freitag spitzt sich die Lage weiter zu: Im Parlament wird über den drohenden Sozialabbau gestritten, Tausende demonstrieren gegen die Energiepolitik, und ein großer Förder-Skandal bringt die Berliner CDU in Erklärungsnot und stellt die Führungsqualitäten von Kanzler Merz infrage.
Koalitionskrach: Merz soll Finanzminister „angebrüllt“ haben
Die Nerven liegen blank. Nachdem sich die Koalition in den vergangenen Wochen bereits über die explosive Energiepreis-Debatte öffentlich zerstritten hatte, enthüllt der „Spiegel“ nun die bislang schwerste Eskalation im Kanzleramt: Bei einem Koalitionsgipfel am 12. April in der Villa Borsig soll Kanzler Merz seinen Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) lautstark angegangen sein. Der SPD-Chef keilte demnach zurück. Nach diesem Ausbruch musste sich CSU-Chef Markus Söder dem Bericht zufolge erst einmal eine Pizza bestellen, um sich zu beruhigen. Die Koalition demonstriert öffentliche Uneinigkeit. Nur wenige Tage zuvor hatte CSU-Chef Markus Söder die Arbeit der Koalition öffentlich kritisiert und war in einer Pressekonferenz von Merz‘ Beschreibung eines harmonischen Wochenendes abgerückt. Mit Blick auf den ersten Geburtstag der Koalition am 6. Mai ziehen viele Beobachter bereits Parallelen zur zerstrittenen Ampel-Vorgängerregierung.

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