Die politische Krise im Bund wird von dramatischen Entwicklungen in den Ländern begleitet, die eine noch nie dagewesene Zäsur einläuten könnten. In Sachsen-Anhalt, wo am 6. September 2026 ein neuer Landtag gewählt wird, liegt die AfD in den Umfragen bei 38 Prozent – deutlich vor der CDU. Nun schaltet sich höchste politische Instanz ein: Altbundespräsident Joachim Gauck forderte die demokratischen Parteien auf, im Falle eines AfD-Wahlsiegs eine Notkoalition zu bilden – und schloss dabei auch die Linke ausdrücklich mit ein.
„Die CDU werde diese Kröte im Ernstfall schlucken müssen“, sagte Gauck der „Süddeutschen Zeitung“. „Sie brauche ja keine Liebeserklärung abgeben“. Nach Ansicht des Altbundespräsidenten droht die größte Gefahr in Europa nicht vom linken, sondern vom rechten, verfassungsfeindlichen Spektrum. Sollten Grüne, FDP und BSW an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, reichen für eine AfD-Alleinregierung möglicherweise weniger als 50 Prozent der Stimmen. Ein politisches Erdbeben, dessen Folgen weit über Sachsen-Anhalt hinausreichen würden, zeichnet sich ab.

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